Nach dem ich mich ein wenig eingelebt und eingerichtet hatte, fühlte ich mich so frei wie lang nicht mehr. Alles geschah wann, wie und in welcher Farbe ich das wollte. Somit wurde meine Küche kurzerhand rosé, aber es gab niemand mehr den das nur Ansatz weise störte. Eines schönen Wochenendes beschloss ich dann selbstsicher meinen ersten Streifzug durch Paris zu wagen. Natürlich besuchte ich zuerst das Wahrzeichen schlechthin. Den Eiffelturm!
Doch mir war nicht bewusst wie schnell man sich wieder einsam fühlt wenn sich Paare aller Nationen und Generationen vor einem tummel. Knutschfotos unterm Eiffelturm knipsen oder lächelnd und Händchen haltend durch die Gegend hopsen.
Ich versank in einen Tagtraum, genau vor einer Woche wären wir in die Flitterwochen geflogen.
Ich dachte an die warme Sonne Hawaiis, das rauschende Meer, die Gischt die sich an den Felsen bracht, an Jim … HALT! Ich erschrak fast und urplötzlich war das Gefühl wieder da, was ich all die Wochen zuvor so erfolgreich verdrängt hatte! Wieder lief mir eine Träne die Wange hinunter.
Ich brauchte Ablenkung ...
"Hallo ich bin Tim" sprach plötzlich eine männliche Stimme. Ich sah zu meiner rechten un erblickte einen Mann mittleren Alters der mich anlächelte. Er sah nett aus, war aber nicht unbedingt mein Typ.
Er plapperte promt wie ein Wasserfall, wo er herkommt, was er will und was ich denn so allein in dieser Stadt treibe. Irgendwie war er aufdringlich und tat als würden wir und schon ewig kennen, aber es war schön. Schön mal wieder mit einem Menschen unverbindlich reden zu können. Dies war in den vergangen Wochen nur bedingt möglich. Jeder begann das Gespräch mit "Wie geht es dir Liebes?" Das nervt nach dem gefühlten 1oo sten mal extrem.
Wir redeten und redeten, bis es langsam zu dämmern begann.
Nett fragte er, ob wir uns im Club um die Ecke noch einen Drink gönnen wollten. Ich zögerte kurz, willigte aber ein. Warum nicht? Schließlich bin ich single!


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